Orga­ni­sa­ti­on . IT

Pro­zess­trans­pa­renz für die Digi­ta­li­sie­rung

Glaubt man dem all­ge­mei­nen Buz­z­word-Bin­go braucht es nur ein biss­chen Künst­li­che Intel­li­genz, IoT und Indus­trie 4.0 und schon hat ein Fer­ti­gungs­un­ter­neh­men die Digi­ta­li­sie­rung erfolg­reich gemeis­tert. Doch es ent­schei­det der Kun­de, ob ein Unter­neh­men und des­sen Digi­ta­li­sie­rungs­be­mü­hun­gen erfolg­reich sind. Und die­ser will her­aus­ra­gen­de Leis­tun­gen wahl­wei­se schnell, güns­tig, von hoher Qua­li­tät – am bes­ten gleich­zei­tig. Die Digi­ta­li­sie­rung ändert nichts an der Tat­sa­che, dass die­se Leis­tun­gen durch Pro­zes­se erbracht wer­den. Pro­zes­se trans­pa­rent zu machen und dann klu­ge Ent­schei­dun­gen bezüg­li­cher ein­ge­setz­ter Ver­fah­ren, Metho­den und Tech­no­lo­gien zu tref­fen, ist ein sinn­vol­ler Weg das The­ma Digi­ta­li­sie­rung zu ver­fol­gen.

Die nach­ste­hen­de bei­spiel­haf­te Dar­stel­lung zeigt das Zusam­men­spiel von Arbeits­pro­zes­sen (weiß dar­ge­stellt), die von Mit­ar­bei­tern bzw. Abtei­lun­gen aus­ge­führt, von soft­ware-aus­ge­führ­ten IT-Pro­zes­sen (blau dar­ge­stellt) sowie maschi­nel­len Pro­zes­sen (gelb dar­ge­stellt). Dabei sind eini­ge Pro­zess­be­tei­lig­te ‚zuge­klappt‘; d.h. sie wer­den als ein­fa­ches beschrif­te­tes Recht­eck (z.B. Ver­sand­ab­tei­lung) dar­ge­stellt. Das Dia­gramm ver­mit­telt – wenn­gleich für die­sen Bei­trag stark ver­ein­facht – eine Gesamt­über­sicht über alle betei­lig­ten Res­sour­cen und deren Akti­vi­tä­ten.

Abbil­dung 1: Dar­stel­lung des Zusam­men­spiels von Arbeits-, IT- und maschi­nel­len Pro­zes­sen in einem BPMN-Kol­la­bo­ra­ti­ons­dia­gramm

Die­se Dar­stel­lung wur­de mit­tels einer Pro­zess­be­schrei­bungs­spra­che namens Busi­ness Pro­cess Model and Nota­ti­on, kurz BPMN, erstellt. Hier­bei han­delt es sich um eine for­mel­le Model­lie­rungs­spra­che der Object Manage­ment Group (OMG). Die­se Model­lie­rungs­spra­che hat auf­grund ihrer syn­tak­ti­schen Klar­heit in vie­len Bran­chen bereits wei­te Ver­brei­tung erreicht, denn sie bie­tet zahl­rei­che Vor­tei­le:

Ers­tens, sie bie­tet auf­grund der defi­nier­ten Bedeu­tung von Sym­bo­len eine wei­test­ge­hend inter­pre­ta­ti­ons­freie Dar­stel­lung von Pro­zes­sen. Dies ist hilf­reich, um Mit­ar­bei­tern und ande­ren Ziel­grup­pen Pro­zes­se trans­pa­rent dar­zu­stel­len.

Zwei­tens bie­tet sie Dar­stel­lungs­for­men (sie­he Abbil­dung 1), die eine Dar­stel­lung meh­re­re Pro­zes­se in ihrem Zusam­men­spiel zei­gen. Auf die­se Art sind über­grei­fen­de Ana­ly­sen und Opti­mie­run­gen von Arbeits-, IT- und maschi­nel­len Pro­zes­sen mög­lich. Die BPMN beschränkt sich nicht auf eine Pro­zess­gat­tung wie bspw. Arbeits­pro­zes­se.

Drit­tens ist die Bedeu­tung der Sym­bo­lik hin­rei­chend genau, um dar­aus tech­ni­sche Aus­füh­rungs­se­man­ti­ken abzu­lei­ten. BPMN Pro­zes­se kön­nen daher maschi­nell mit­hil­fe soge­nann­ter Pro­cess-Engi­nes aus­ge­führt wer­den.

Das glei­che Sze­na­rio haben wir in der nach­ste­hen­den Abbil­dung 2 um eine sol­che Pro­cess-Engi­ne ergänzt und die gesam­te Kol­la­bo­ra­ti­on ent­spre­chend abge­wan­delt mit dem Ziel, manu­el­le Tätig­kei­ten zu eli­mi­nie­ren. Die Engi­ne küm­mert sich nun, um die Zuwei­sung von Auf­ga­ben an bestimm­te Res­sour­cen und agiert gleich­zei­tig als Daten­trans­port, so dass feh­ler­haf­te Erfas­sun­gen wei­test­ge­hend ent­fal­len. Zu die­sem Zweck nutzt sie die fol­gen­den Auf­ga­ben­ty­pen der BPMN

  • Wird dem Aus­füh­ren­den zuge­wie­sen
  • Erscheint in sei­ner per­sön­li­chen To-Do-Lis­te
  • Ver­weist auf ein For­mu­lar zur Inter­ak­ti­on, wel­che Daten­ein­ga­ben und -anzei­gen ermög­licht sowie den Erle­di­gungs­ver­merk

  • Ruft eine exter­ne tech­ni­sche Imple­men­tie­rung auf
  • Wird ohne mensch­li­che Inter­ak­ti­on auto­ma­tisch von der Engi­ne aus­ge­führt
  • API-Auf­ru­fe, Ser­vice-Auf­ru­fe u.v.a.m. sind mög­lich

Ver­blei­ben­de manu­el­le Tätig­kei­ten erfol­gen ledig­lich in Arbeits­pro­zes­sen (weiß dar­ge­stellt) beim Maschi­nen­be­die­ner sowie in der Ver­sand­ab­tei­lung, da dort phy­si­sche Objek­te gehand­habt wer­den und sind durch eine Benut­zer­auf­ga­be z.B. „Ware ver­sen­den“ ausgelöst/veranlasst wor­den. Bei grö­ße­ren Men­gen wären auch hier wei­te­re Auto­ma­ti­sie­rungs­po­ten­tia­le denk­bar.

Abbil­dung 2: Ange­pass­te BPMN-Kol­la­bo­ra­ti­on mit zusätz­li­cher Pro­cess-Engi­ne

Die­se Umset­zung mit­tels Pro­cess-Engi­ne hängt ab von Pro­gram­mier­schnitt­stel­len des PPS bzw. der Maschi­ne, über die eine ent­spre­chen­de Inte­gra­ti­on erfol­gen kann. Aber selbst feh­len­de Pro­gram­mier­schnitt­stel­len sind heut­zu­ta­ge meist über­wind­bar, ohne in manu­el­len Tätig­kei­ten zu resul­tie­ren. In jedem Fall müs­sen unter­neh­mens­spe­zi­fi­sche Beson­der­hei­ten berück­sich­tigt wer­den. Pro­cess-Engi­ne bie­ten mit­tels BPMN hier­zu die erfor­der­li­che Fle­xi­bi­li­tät.

Bezo­gen auf die Gesamt-Kol­la­bo­ra­ti­on kön­nen nun wei­te­re Digi­ta­li­sie­rungs­über­le­gun­gen ange­strengt wer­den. Ob Künst­li­che Intel­li­genz, Big Data, VAR, IoT oder auch eine Pro­cess-Engi­ne sinn­voll ein­zu­set­zen sind, ergibt sich aus der in Pro­zes­sen erbrach­ten Wert­schöp­fung und am Ende auch aus dem ver­folg­ten Geschäfts­mo­dell. Die Model­lie­rung mit­hil­fe einer Model­lie­rungs­spra­che wie die BPMN sind eine gute Grund­la­ge, denn sie sorgt für Trans­pa­renz und unter­stützt klu­ge Ent­schei­dun­gen für die Digi­ta­li­sie­rung.

Wei­te­re Info­ra­tio­nen beim ife-Part­ner MINAUTICS

Impulstage für Einzelfertiger

Veranstaltungen