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Kre­dit­ver­si­che­rung: Ers­te Erfah­run­gen mit dem Schutz­schirm

08/2020: Der Schutz­schirm für kre­dit­ver­si­cher­te Unter­neh­men ist seit eini­gen Wochen gespannt. Doch was hat sich auf dem Kre­dit­ver­si­che­rungs­markt seit­dem getan? Wie wird der Schutz­schirm im Detail aus­ge­stal­tet? Erfah­run­gen der Gesell­schaf­ten für Liqui­di­tät – GFL zei­gen: Limit­re­du­zie­run­gen las­sen sich trotz Garan­tie des Bun­des nicht kom­plett ver­mei­den. Aus Sicht der Ver­si­che­rer ist das auch gar nicht so gewollt.

Im inter­na­tio­na­len Ver­gleich ist Deutsch­land abso­lu­ter Vor­rei­ter: Als ers­tes Land haben Regie­rung und Kre­dit­ver­si­che­rer einen Schutz­schirm in Höhe von 30 Mil­li­ar­den Euro geschaf­fen, damit Han­dels­ge­schäf­te wei­ter­hin abge­si­chert wer­den kön­nen.

Schließ­lich hat­te bereits das schwa­che Wirt­schafts­wachs­tum 2019 dazu geführt, dass sich die Kre­dit­ver­si­che­rer Port­fo­li­en indi­vi­du­ell ange­schaut und Limi­te nach unten kor­ri­giert haben. Wie immer zeig­te sich hier aus Sicht der GFL ein sehr unter­schied­li­ches Bild: Wäh­rend eini­ge Kre­dit­ver­si­che­rer die Limi­te belas­sen  oder nur mini­mal kor­ri­giert haben, grif­fen ande­re mas­siv ein. Die Schwer­punk­te waren dabei teil­wei­se iden­tisch, teils aber auch sehr unter­schied­lich. Län­der wie Ita­li­en und Groß­bri­tan­ni­en stan­den dabei unter beson­de­rer Beob­ach­tung.

Die Coro­na-Kri­se führ­te dann dazu, dass noch ein­mal deut­lich stär­ker Limit­re­du­zie­run­gen vor­ge­nom­men wur­den – auch jetzt reagier­ten die Ver­si­che­rer noch sehr unter­schied­lich. Der Schutz­schirm soll­te dem ein Ende berei­ten und deut­schen Unter­neh­men, die ihre Kun­den im In- und Aus­land ver­si­chern wol­len, wie­der mehr Sicher­heit garan­tie­ren.

Das ist auch zum Groß­teil geglückt, die Lage hat sich ent­spannt – den­noch gibt es wei­ter­hin Redu­zie­run­gen und Auf­he­bun­gen. „Bei ein­zel­nen Kre­dit­ver­si­che­rern haben wir posi­ti­ve Erfah­run­gen mit Revi­sio­nen gemacht, die in der Coro­na-Kri­se zurück­ge­nom­men wur­den“, beschreibt GFL-Geschäfts­füh­rer Mar­cus Sara­fin sei­ne Beob­ach­tun­gen der letz­ten Wochen, „bei ande­ren ist das zur Zeit jedoch nicht erkenn­bar. Erhö­hun­gen aus vor­her getä­tig­ten Redu­zie­run­gen oder neu auf­kom­men­des Geschäft wird immer noch sehr zurück­hal­tend gezeich­net. Die ech­te Unter­stüt­zung der Kun­den ist nach diver­sen Rück­mel­dun­gen unse­rer Kun­den nicht aus­rei­chend erleb­bar.“ Hin­zu kommt, dass vie­le Kun­den die – lei­der unrea­lis­ti­sche – Erwar­tungs­hal­tung haben, dass der Schutz­schirm nun eine 100-pro­zen­ti­ge Deckung gewähr­leis­tet.

Die Sicht der Kre­dit­ver­si­che­rer

Doch wie sehen die Kre­dit­ver­si­che­rer das? GFL hat die gro­ßen Anbie­ter um ein State­ment dazu gebe­ten. Bei den meis­ten kann man die Kri­tik der GFL-Kun­den nicht nach­voll­zie­hen. So teilt Atra­di­us mit, dass in den meis­ten Fäl­len die Limi­te auf­recht erhal­ten wür­den. Dass wei­ter­hin selek­tiert wer­den müs­se, sei im Sin­ne der Kun­den: „Der Schutz­schirm ist nicht für Unter­neh­men gedacht, die sich bereits vor Coro­na in einer schwie­ri­gen Situa­ti­on befan­den. In die­sem Zusam­men­hang über­neh­men wir wei­ter­hin unse­re Kern­funk­ti­on der Kre­dit­prü­fung und -über­wa­chung. Alle unse­re Kun­den haben eine Selbst­be­tei­li­gung. Aus die­sem Grund ist es nicht im Inter­es­se unse­rer Kun­den die­se Kern­funk­ti­on kom­plett außer Kraft zu set­zen“, so Ronald Schef­c­zyk, Head of Bro­ker Coor­di­na­ti­on bei Atra­di­us.

Auch Coface sieht das ähn­lich: Zwar könn­ten Limi­te der Kun­den durch den Schutz­schirm auf­recht erhal­ten wer­den, gefragt sei jedoch wei­ter­hin eine klas­si­sche Kre­dit­ver­si­che­rung und kei­ne hun­dert­pro­zen­ti­ge Risi­ko­über­nah­me. „Wir ent­schei­den im Sin­ne unse­rer Kun­den und bespre­chen mit ihnen aus­führ­lich die aktu­el­le Situa­ti­on mit Blick auf die Zukunft“, so Jens Mari­en­feld, Head of Bro­ker­ma­nage­ment bei Coface.

Bei R+V ver­spricht man sogar sehr klar: „Wir kön­nen und wer­den die Ver­si­che­rungs­sum­men für die Debi­to­ren unse­rer Ver­si­che­rungs­neh­mer in glei­chem Umfang auf­recht erhal­ten wie vor der Pan­de­mie. Es gab und gibt aller­dings immer Fäl­le, in denen die Auf­he­bung oder Ableh­nung einer Ver­si­che­rungs­sum­me die ein­zi­ge Mög­lich­keit dar­stellt. Dies ist auch im Inter­es­se unse­rer Ver­si­che­rungs­neh­mer.“ Euler Her­mes ver­weist auf sei­ne Pres­se­mit­tei­lun­gen. Hier ist zu lesen, dass Deckungs­zu­sa­gen für zuvor gesun­de Unter­neh­men durch den Schutz­schirm auf­recht erhal­ten wer­den kön­nen.

Bei den Ver­si­che­rern set­ze man nach wie vor auf indi­vi­du­el­le Prü­fun­gen. „Da, wo der Schutz­schirm zur Anwen­dung kommt und wir ver­ein­zelt Rück­fra­gen von Kun­den zu Kre­dit­ent­schei­dun­gen haben, konn­ten wir die Ent­schei­dun­gen meist zur vol­len Zufrie­den­heit unse­res Kun­den begrün­den“, berich­tet Atra­di­us.

Wo der Schutz­schirm zur Anwen­dung kommt und wo nicht, ist für die Kun­den aller­dings teil­wei­se schwer zu durch­schau­en, weiß Mar­cus Sara­fin. So greift der Schutz­schirm bei­spiels­wei­se nicht für gro­ße deut­sche Unter­neh­men mit inter­na­tio­na­len Ver­si­che­rungs­pro­gram­men. Ande­rer­seits gibt es Aus­lands­ge­sell­schaf­ten, die unter den Schutz­schirm fal­len ­– weil sie durch einen Mit­ein­schluss in die deut­sche Poli­ce ver­si­chert sind. „Die gene­rel­le Aus­sa­ge ‚Der Schutz­schirm gilt für deut­sche Unter­neh­men, für aus­län­di­sche nicht‘ kann man des­halb nicht tref­fen“, bemän­gelt Sara­fin, „obwohl das von vie­len Unter­neh­mern so ver­stan­den wur­de. Ob das die Regie­rung tat­säch­lich so gewollt hat, kön­nen wir nicht beur­tei­len; in der Pra­xis sehen wir jedoch vie­le Detail­pro­ble­me.“

Pro­blem: Limit­re­du­zie­run­gen für aus­län­di­sche Lie­fe­ran­ten

Ein wei­te­res gro­ßes Pro­blem haben deut­sche Fir­men momen­tan, wenn sie im Aus­land ein­kau­fen. Die Lie­fe­ran­ten sind damit qua Ziel­set­zung nicht unter dem Schutz­schirm ange­sie­delt, sodass eini­ge Ver­si­che­rer bei ihnen wei­ter Limi­te redu­zie­ren. „Die­ses Pro­blem spie­geln unse­re Kun­den viel­fach wie­der“, berich­tet Mar­cus Sara­fin, „da han­deln­de und pro­du­zie­ren­de Unter­neh­men häu­fig auf Pro­duk­te aus­län­di­scher Lie­fe­ran­ten ange­wie­sen sind.“

Auch hier gehen die Kre­dit­ver­si­che­rer sehr unter­schied­lich vor. Ledig­lich R+V gibt an, bei aus­län­di­schen Lie­fe­ran­ten ihrer Kun­den kei­ner­lei Limi­te zu kür­zen. „Wenn Unter­neh­men bereits vor der Kri­se in Schief­la­ge waren und kein Schutz­schirm­ver­fah­ren greift, redu­zie­ren wir selbst­ver­ständ­lich Limi­te“, heißt es hin­ge­gen bei Coface. „Die regu­lä­re Risi­ko­prü­fung sei­tens der Kre­dit­ver­si­che­rer wird durch den Schutz­schirm schließ­lich nicht aus­ge­he­belt.“ Auch bei Atra­di­us wird geprüft, ob es im jewei­li­gen Land einen Schutz­schirm gibt, unter den der Lie­fe­rant fällt: „Aus­län­di­sche Lie­fe­ran­ten, die Kun­den von Atra­di­us im Aus­land sind und für die es eine Staats­de­ckung gibt, berück­sich­ti­gen wir ent­spre­chend in unse­ren Limit­ent­schei­dun­gen für deren Abneh­mer. Genau­so müs­sen wir natür­lich auch berück­sich­ti­gen, wenn es kei­ne Staats­de­ckung gibt.“

100-pro­zen­ti­ge Deckung durch den Staat?

Aus Sicht von GFL-Geschäfts­füh­rer Mar­cus Sara­fin braucht es momen­tan aller­dings mehr Unter­stüt­zung für die Unter­neh­men: „Wir sehen die Gefahr, dass eine unzu­rei­chen­de Limit­ver­ga­be der Kre­dit­ver­si­che­rer den Auf­schwung erheb­lich brem­sen könn­te.“ Busi­ness as usu­al rei­che da nicht aus. „Es braucht die Unter­stüt­zung der Ver­si­che­rer und Finanz­part­ner, um einen hof­fent­lich schnel­len und star­ken Auf­schwung aktiv zu beglei­ten.“ Auch wenn das die Kre­dit­ver­si­che­rer selbst anders sehen: Für eine ech­te Unter­stüt­zung for­dert Sara­fin den Bund auf, die Selbst­be­tei­li­gung im Rah­men des Schutz­schirms zu über­den­ken: „Bei den anschei­nend ein­deu­ti­gen Vor­ga­ben des Bun­des, wie und wann der Schutz­schirm wirkt, ver­ste­hen wir gut, dass Ver­si­che­rer vor­sich­tig agie­ren.“

Sie wol­len mehr zum The­ma „Kre­dit­ver­si­che­rung“ erfah­ren? Wei­te­re Infos fin­den Sie unter: www.gfl-broker.de/kreditversicherung

War­um ist GFL Part­ner des ife?

Unse­re Grün­de

Die Pro­dukt­ent­wick­lung eines Ein­zel­fer­ti­gers für sei­nen Auf­trag­ge­ber ist natur­ge­mäß sehr indi­vi­du­ell. Genau­so spe­zi­ell, und auf die Bedürf­nis­se des Her­stel­lers und sei­nes Kun­den abge­stimmt, ist erfah­rungs­ge­mäß die Absi­che­rung der Ent­wick­lungs- und  Pro­duk­ti­ons­kos­ten sowie des Ver­kaufs  gegen Insol­venz oder Nicht­zah­lung des Abneh­mers. Als Spe­zi­al­mak­ler berät GFL sei­ne Kun­den seit vie­len Jah­ren in die­sem Geschäfts­feld. Unser lang­jäh­ri­ges Know-how sowie die her­vor­ra­gen­den Kon­tak­te in die­sen Berei­chen erlau­ben schnel­le und unkom­pli­zier­te Lösun­gen. Der Ein­zel­fer­ti­ger kann sich bei einer Part­ner­schaft mit GFL dar­auf ver­las­sen, dass wir unse­re Arbeit in sei­nem Sin­ne machen. Er kann sich selbst somit auf die eige­nen Kom­pe­ten­zen, näm­lich die Ent­wick­lung und Fer­ti­gung hoch­wer­ti­ger Pro­duk­te kon­zen­trie­ren.

Mar­cus Sara­fin

Geschäfts­füh­ren­der Gesell­schaf­ter GFL Mak­ler- und Bera­tungs­ge­sell­schaft mbH Gesell­schaft für Liqui­di­tät

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