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Seitec GmbH

Seitec GmbH

Technologiepartner und Ingenieurdienstleister für Automatisierung, Digitalisierung, Retrofit und Sondermaschinenbau.

Branche:

Maschinenbau / Automatisierung

Hauptsitz:

Königsee, Erfurt, Bietigheim-Bissingen

Gründung:

1998

Mitarbeiteranzahl:

ca. 40

Die Seitec GmbH ist Technologiepartner und Ingenieurdienstleister für Automatisierung, Prozessleittechnik, Digitalisierung, Retrofit und Sondermaschinenbau. Seit 1998 entwickeln wir Lösungen für Fertigungs- und Prozessanlagen – von der Idee über Konzept, Engineering, Konstruktion und Softwareentwicklung bis zu Inbetriebnahme und Service. Als zuverlässiger Dienstleister in produzierenden Industrieunternehmen und langjähriger Partner des Maschinen- und Anlagenbaus, legen wir großen Wert auf Qualität und Innovation bei unserer Lösungsfindung. Wir automatisieren Maschinen und Prozessanlagen, modernisieren Bestandsanlagen und entwickeln individuelle Sondermaschinen. Dabei verbinden wir Mechanik, Elektrotechnik, SPS/HMI, SCADA- und Prozessleitsysteme, Robotik, Bildverarbeitung, Sicherheitstechnik und Software zu ganzheitlichen Systemlösungen. Dazu zählen auch Engineering-Leistungen wie Konstruktion, CE-Konformität, Risikobeurteilung und technische Dokumentation. Ein weiterer Schwerpunkt sind zudem Digitalisierung und Industrie-4.0-Anwendungen: von Maschinendatenerfassung, OEE, Instandhaltung, Analyse und Prozessoptimierung bis zu KI-gestützten Anwendungen, OPC-UA-basierter Datenintegration und Anbindung an MES-, ERP-, Edge- oder Cloud-Systeme. Seitec arbeitet für Kunden aus der Fertigungs- und Prozessindustrie, beispielsweise aus Sanitär-, Heizungs- und Installationstechnik, Metallverarbeitung, Automotive, Maschinen- und Anlagenbau, Chemie, Glas, Rohstoffverarbeitung, Lebensmittel und Pharma. Unsere Stärke liegt dort, wo Standardlösungen nicht ausreichen: bei komplexen Prozessen, Variantenvielfalt, Retrofit-Aufgaben und anspruchsvollen Schnittstellen zwischen Maschine, Steuerung, Daten und Betrieb

www.seitec.info »

Kern der Zelle ist ein sechsachsiger Industrieroboter (KUKA KR 800 FORTEC ultra), der Rohteile aus einem integrierten Kardex-Vertikallift entnimmt, das WFL-Bearbeitungszentrum bestückt und den Spannbackenwechsel vollautomatisch durchführt. Der Vertikallift ist dabei nicht bloßes Lager, sondern aktiver Bestandteil der Prozesskette und sichert die Bereitstellung für mehrere aufeinanderfolgende Aufträge unterschiedlicher Geometrie. Der Neuheitsgrad liegt im automatischen Spannbackenwechsel in dieser Dimensionierung: für Rohteile bis 580 mm Durchmesser und 375 kg Gewicht. Genau an dieser Stelle endet bislang jedes Automatisierungskonzept für die Einzelfertigung – der Backenwechsel bleibt manuell, die Anlage damit personengebunden. Automatisierte Backenwechselsysteme existieren am Markt, jedoch in deutlich kleineren Traglast- und Durchmesserklassen. Die Übertragung dieses Prinzips in den Schwerlastbereich – inklusive der erforderlichen Prozesssicherheit, Wiederholgenauigkeit und Spannkraftüberwachung – ist nach unserer Marktkenntnis in Europa bislang in keiner vergleichbaren Anlage umgesetzt. Der Ausgangszustand macht den Sprung messbar: Vor der Automatisierung wurde das WFL-Bearbeitungszentrum ausschließlich bedienerbegleitet betrieben, mannlose Stunden gab es nicht, ein Wochenendbetrieb fand nicht statt. Ursache war kein organisatorisches, sondern ein technisches Hindernis – ohne automatisierten Spannbackenwechsel in dieser Größenklasse war ein mannloser Betrieb bei wechselnden Werkstückgeometrien schlicht nicht realisierbar. Jeder Auftragswechsel erzwang einen manuellen Eingriff und beendete damit die Autonomie der Anlage. Genau dieser Blocker ist mit der neuen Zelle aufgelöst. Heute fertigt die Anlage im Durchschnitt 30 Aufträge mit 30 automatischen Spannbackenwechseln innerhalb von rund 80 mannlosen Betriebsstunden pro Woche – 40 Stunden durchgehend über das Wochenende, weitere rund 40 Stunden verteilt über die Werktage außerhalb der Anwesenheitszeiten. Der Betrieb erfolgt vollständig ohne Bedienereingriff, einschließlich Werkzeug- und Späneentsorgung. Die Losgrößen reichen von 1 bis 10 Stück; es handelt sich also nicht um wiederholte Gleichteile, sondern um echte Einzel- und Kleinserienaufträge mit wechselnder Geometrie. Im Mittel entspricht das einem vollautomatischen Rüstvorgang alle rund zweieinhalb Stunden. Rüst- und Nebenzeiten entfallen im Anlagenbetrieb weitgehend, die Spindellaufzeit steigt entsprechend, und die Qualität bleibt bei hoher Variantenvielfalt reproduzierbar stabil. Die in der Einzelfertigung als gesetzt geltende Kopplung von Variantenzahl und Stückkosten wird damit aufgelöst. Die Innovation entsteht aus der konsequenten Systemintegration bewährter Serienfertigungselemente – Schwerlastrobotik, automatisierter Spannmittelwechsel, vertikale Lagertechnik, übergeordnete Auftragssteuerung – zu einem Gesamtkonzept für die wirtschaftliche Einzelfertigung. Bemerkenswert ist dabei die Wertschöpfungstiefe am Standort: Anwender, Systemintegrator und Werkzeugmaschinenhersteller sind allesamt oberösterreichische Unternehmen, die Lösung ist damit vollständig regional entwickelt und umgesetzt. Die Lösung zeigt einen Weg auf, wie sich der europäische Maschinenbau in Hochlohnstandorten auch bei Losgröße 1 behaupten kann.

www.eisenbeiss.com »

Zentrale Automatisierungsarchitektur für Robotik, Bildverarbeitung und Maschinensteuerung

Eine Steuerung, ein HMI, ein Diagnosekonzept: Seitec führt Pick & Place-Robotik, kamerabasierte Lageerkennung, Rezeptverwaltung und Maschinenablauf auf einer zentralen Automatisierungsplattform zusammen – für variantenreiche Hochgeschwindigkeitsprozesse ohne separate Robotersteuerung. Die Innovation besteht in einer zentralen Automatisierungsarchitektur, mit der Seitec Robotik, Bildverarbeitung, Maschinensteuerung, Sicherheitstechnik und Bedienung in einem durchgängigen System zusammenführt. Entwickelt wurde die Lösung für hochdynamische Pick & Place-Anwendungen in der industriellen Serienfertigung. Die erste umgesetzte Anwendung ist eine Sondermaschine, die Metallteile aus Schüttgut vereinzelt, kamerabasiert erkennt und mit einer Delta-/Tripod-Kinematik (Robotik) positionsgerecht auf Werkstückträgern ablegt. Das Neue an der Lösung liegt nicht allein in der mechanischen Kinematik oder im Einsatz eines Roboters. Der wesentliche Innovationssprung besteht darin, dass die Robotik nicht als separates System mit eigener Robotersteuerung, eigener Bedienung und eigener Programmierumgebung ausgeführt wird. Stattdessen wird die komplette Roboterfunktion in die zentrale Maschinen- und Antriebsarchitektur integriert. Maschinenablauf, Robotik, Kamerafunktion, Rezeptverwaltung, Bedienung und Diagnose werden über eine gemeinsame Steuerungs- und Bedienplattform geführt. Klassische Roboterlösungen bestehen häufig aus mehreren getrennten Welten: einer SPS für die Maschine, einem Robotercontroller für die Kinematik, separater Bildverarbeitung und zusätzlichen Bedien- oder Engineering-Systemen. Zwischen diesen Systemen entstehen Schnittstellen, Gateways, separate Diagnosewege und Abhängigkeiten von herstellerspezifischen Robotersprachen. 

Seitec hat diesen Ansatz aufgebrochen und eine maschinenzentrierte Architektur umgesetzt: Die Anlage wird über eine Siemens S7-1500 SPS gesteuert und über ein Siemens WinCC Unified Panel bedient. Die Kinematik wird über Standard-Antriebstechnik abgebildet, die Kamera liefert die relevanten Greifkoordinaten, und alle wesentlichen Funktionen werden in einem gemeinsamen Anlagenkonzept zusammengeführt. Dadurch entsteht eine Lösung nach dem Prinzip: eine Steuerung, eine Bedienoberfläche, ein Diagnosekonzept.

Für Bediener, Instandhaltung und Betreiber reduziert sich die Komplexität erheblich. Produktwechsel, Rezeptverwaltung, Kamerakonfiguration und Robotereinstellungen erfolgen nicht über getrennte Spezialoberflächen, sondern zentral über EIN Maschinen-HMI (Human Machine Interface). Das erleichtert die Bedienung, verkürzt Umrüstprozesse und reduziert den Bedarf an spezialisiertem Roboterprogrammierwissen. Neue Produkte können über Parameter und Rezepte eingerichtet werden, ohne dass bei jeder Anpassung tief in eine herstellerspezifische Roboterprogrammierung eingegriffen werden muss.

In der konkreten Anwendung verarbeitet die Anlage mehr als 130 unterschiedliche Teilevarianten. Die Bauteile werden aus Schüttgut zugeführt, über Zuführtechnik vereinzelt, kamerabasiert in ihrer Lage erkannt und anschließend hochdynamisch gegriffen und auf Werkstückträgern abgelegt. Die geforderte Ablagezeit liegt bei unter einer Sekunde pro Teil. Damit zeigt die Innovation, dass hohe Variantenvielfalt, kurze Taktzeiten und einfache Bedienbarkeit nicht im Widerspruch zueinanderstehen müssen, wenn Robotik, Vision und Maschinensteuerung von Beginn an als integriertes Gesamtsystem entwickelt werden.

Für den Kunden bedeutet die Lösung eine deutlich vereinfachte Anlagenführung. Statt Roboterpanel, Kamerasoftware und Anlagen-HMI parallel zu bedienen, arbeitet das Bedienpersonal mit einer einheitlichen Oberfläche. Störungen, Rezeptwechsel, Greiferwechsel und Diagnosefunktionen sind zentral abgebildet.

Auch für die Instandhaltung entsteht ein Vorteil: Die Robotik wird nicht als fremde Spezialtechnik neben der Maschine betrieben, sondern als voll integrierter Teil der bekannten Automatisierungsumgebung. Das vorhandene SPS- und Instandhaltungspersonal kann deutlich stärker in Betrieb, Diagnose und Service eingebunden werden.

Ein weiterer Innovationsaspekt liegt in der Skalierbarkeit des Ansatzes. Die Architektur ist nicht auf eine einzelne Tripod-Anwendung beschränkt. Sie kann grundsätzlich auf unterschiedliche Kinematiken und Ausbaustufen übertragen werden – vom Portal über Delta-/Tripod-Systeme bis hin zu mehrachsigen Roboterlösungen. Damit entsteht kein isoliertes Einzelprojekt, sondern eine technologische Plattform, die Seitec für weitere Anwendungen im Sondermaschinenbau, in der Zuführtechnik, in der Montageautomation und in der kamerageführten Handhabung nutzen kann.

Die bisherige Wirkung zeigt sich in mehreren Dimensionen. Technisch konnte eine anspruchsvolle Pick & Place-Aufgabe mit hoher Variantenvielfalt, kamerabasierter Lageerkennung und sehr kurzen Taktzeiten erfolgreich in den Serienbetrieb überführt werden. Organisatorisch reduziert die Lösung Schnittstellen zwischen Maschinenbau, Robotik, Vision und Automatisierung. Für den Betreiber entstehen eine einfachere Bedienung, transparentere Diagnose und eine höhere Unabhängigkeit von proprietären Roboterwelten. Für Seitec selbst wurde aus dem Projekt ein strategischer Kompetenzbaustein: Die Lösung zeigt, dass das Unternehmen nicht nur einzelne Automatisierungsaufgaben umsetzt, sondern komplette Maschinenarchitekturen neu denken und disziplinübergreifend realisieren kann.

Die Übertragbarkeit der Architektur zeigt sich bereits in weiteren Anwendungen. Ein Endkunde hat die Lösung inzwischen mehrfach in unterschiedlichen Konstellationen abgerufen und in seine Werkstruktur integriert: als Pick & Place-Lösung zur Vereinzelung und Zuführung, als Montageanlage mit zwei Delta-/Tripod-Robotern sowie als Anlage mit zwei 6-Achs-Robotern auf derselben zentralen Plattform. Zusätzlich wurden einzelne Pick & Place-Module als eigenständige Produktlösung in bestehende Anlagen eingebunden.

Damit zeigt sich, dass die Innovation nicht auf eine Branche oder eine einzelne Maschine begrenzt ist. Sie eignet sich überall dort, wo Bauteile variantenreich, schnell, kamerageführt und prozesssicher erkannt, gegriffen, ausgerichtet, positioniert oder zwischen Prozessschritten übergeben werden müssen – etwa in Montageautomation, Zuführtechnik, Werkstückträgerbeladung, Kennzeichnung, Verpackung oder End-of-Line-Prozessen.

Die Innovation ist für Seitec deshalb von besonderer Bedeutung, weil sie den eigenen Anspruch „Creating Industrial Excellence“ konkret sichtbar macht. Sie verbindet Sondermaschinenbau, Robotik, Bildverarbeitung, Antriebstechnik, SPS-/HMI-Engineering, Sicherheitstechnik und industrielle Software zu einer durchgängigen Lösung. Genau in dieser Verbindung liegt die Stärke von Seitec: Das Unternehmen entwickelt keine isolierten Komponenten, sondern beherrscht die Schnittstellen zwischen Mechanik, Steuerung, Daten, Bedienung und Betrieb.

Mit der zentralen Automatisierungsarchitektur für Robotik, Bildverarbeitung und Maschinensteuerung hat Seitec eine Lösung geschaffen, die besonders gut zu den Anforderungen moderner Industrieproduktion passt: mehr Varianten, kürzere Taktzeiten, weniger Fachpersonal, höhere Transparenz und langlebige, wartbare Anlagen. Die Innovation stärkt damit nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit des Kunden, sondern auch die strategische Position von Seitec als integrierter Technologiepartner für anspruchsvolle Automatisierungs- und Sondermaschinenprojekte.

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