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Die Rolle von Kraftstoffen auf dem Weg zu klimaneutraler Mobilität

Eine Zusammenfassung und Interpretation des ife der Abhandlung Dr. Hans Jürgen Wernickes vom 18.06.2024

Eine Absenkung des weltweiten CO2-Ausstoßes bleibt die größte Herausforderung, insbesondere im Bereich der Mobilität. Emissionen zu vermindern, erfordert deshalb jegliche denkbare technische Lösung, Pragmatismus und Technologieoffenheit.

Der Bestand an Verbrennungsmotoren in PKWs, LKWs, Schiffen, Flugzeugen und den Produktionen wird auch in den nächsten Jahren wachsen und damit ebenfalls die von ihnen versursachten CO2-Emissionen. Die Umstellung auf teilweise neue Antriebsformen und der Ersatz des Bestands wird mehrere Dekaden und damit zu lange dauern. Sie beinhaltet sehr hohe Investitionen, Abschreibungen und zusätzlichen Ressourcenverbrauch sowie neue, zusätzliche geopolitische Abhängigkeiten.

Ein Traum von „all-electric“ wird sich nicht erfüllen lassen, da in vielen Regionen eine entsprechende flächendeckende Infrastruktur unrealistisch erscheint, der zusätzliche Strombedarf mit anderen Energiebedarfen konkurriert und eine ressourcen-schonende, recyclingfähige und alltagstaugliche Batterietechnologie noch nicht zur Verfügung steht. Auch sind die Bedingungen, unter denen Batterie-Rohstoffe wie Lithium, Kupfer, Kobalt und Nickel gewonnen werden, ethisch grenzwertig, was aber zu häufig ignoriert wird. Zudem hinterlässt auch ein elektrischer Antrieb einen deutlichen CO2-Fußabdruck.

Elektrische Antriebe werden einen wichtigen Stellenwert und Marktanteil haben, aber für die zukünftige Mobilität weltweit müssen zusätzliche Technologiepfade verfolgt werden, die zu einer Verminderung der Emissionen schnellstmöglich und ohne zusätzlichen Infrastrukturaufwand beitragen.

Die Einführung von Beimischungsquoten als Vorbereitung zur vollständigen Umstellung auf weiterentwickelte Treibstoffe bei Verbrennungsantrieben sind hierbei ein wichtiger und schneller Hebel. Die erforderliche Infrastruktur existiert bereits, die Alltagstauglichkeit ist bewiesen und hinsichtlich der Verminderung des CO2- Fußabdrucks existieren noch deutliche Reserven, auch bei der Weiterentwicklung der Motoren.

Hinzu kommt, dass ein Mix an Antriebsarten die Resilienz im Mobilitätsektor erhöht. Es hat viele Vorteile, wenn nicht die gesamte Mobilität davon abhängt, ob Strom zuverlässig und überall ausreichend vorhanden ist.

Auch wird dadurch verhindert, dass vorauseilende regulatorische Maßnahmen bei der Elektrifizierung des Verkehrs zu einem Export von Bestandsflotten und deren Emissionen führen. Damit wäre dem Klima nicht geholfen.

Als Ersatz für konventionelle, fossil-basierte Treibstoffe wird man sich auf leicht handhabbare Optionen fokussieren, die möglichst geringe Anpassungen der Motorentechnik, der Raffineriestruktur und der Logistik erfordern. Beispiele dafür sind die Verwendung von hydrierten Ölen (und Altölen) wie HVO, die nicht mit der Nahrungsmittelproduktion konkurrieren, biogen basiertes Methan (für CNG-, LNG-Antriebe) und Alkohole (Ethanol, Methanol). Methanol lässt sich zudem weitgehend klimaneutral aus CO2 und regenerativ erzeugtem Wasserstoff herstellen, erste Anlagen sind bereits in Betrieb oder im Bau.

Als „kohlenstofffreier“ Treibstoff ist Ammoniak eine weitere Option, die bei Schiffen in Kombination mit einer technisch ausgereiften Reinigung der stickoxidhaltigen Abgase bereits erste Anwendungen gefunden hat.

Für die Hersteller von Verbrennungsantrieben deutet sich an, dass sie zukünftig komplexe und ressourcenintensive Multipfad-Strategien verfolgen müssen, was in Zeiten ökonomischer Stagnation eine zusätzliche Herausforderung bedeutet.

Die Politik, wie auch die Wirtschaft und die Wähler müssen endlich verstehen, dass es letztlich nur um CO2-Vermeidung und auf dem technologieoffenen Weg um Reduzierung geht – so schnell und so früh wie möglich.

Daran kann sich jeder in seinem Umfeld beteiligen – die Wirtschaft unterstützt von der Politik und schlussendlich der Verbraucher.

Günstig, wirtschaftlich und schnell muss es realisiert werden.

Ohne ideologische Bremsen und keine zusätzliche Kosten!!

Alle Parteien müssen das gleiche vordringliche Ziel haben.

Ab heute sparen wir CO2 ein!!!

Manfred J. Deues

Präsident ife – Netzwerk für Einzelfertiger

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