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Liquiditätsmanagement bei sema systemtechnik

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Als Sondermaschinen- und Anlagenbauer bringt sema systemtechnik die typischen Merkmale eines Einzelfertigers mit sich: Dank seines ingenieurtechnischen Wissens und einer rein kundenbezogenen Projektabwicklung hat sich der Mittelständler zu einer der führenden Adressen entwickelt, wenn es um Endverpackungstechnik in der Lebensmittelwirtschaft und Automationslösungen in der Halbzeugindustrie geht. Da sema systemtechnik vor allem komplette Produktionslinien erstellt, betragen die Projektlaufzeiten von der Konstruktion bis zur Inbetriebnahme zwischen fünf und zehn Monaten. Die damit einhergehenden Investments liegen im sechsstelligen, mitunter sogar siebenstelligen Eurobereich.

Um Liquiditätsengpässe zu vermeiden, setzt sema systemtechnik auf die unternehmensweite Erfassung aller Zahlungsein- und -ausgänge. Maßgeblich hierfür sind sogenannte Liquiditätssitzungen, in denen Geschäftsführung, Controlling und Buchhaltung wöchentlich zusammenkommen und eine projektübergreifende Zahlungseingangsplanung erstellen. Angesichts der zahlreichen Verschiebungen, die das Projektgeschäft mit sich bringt, ist die zeitnahe Fortschreibung der Planung elementar. Zu diesem Zweck nutzt der Einzelfertiger aus dem ostwestfälischen Hüllhorst eine Analyse-Software, in der er sowohl die gebuchten als auch die erwarteten Rechnungen und Zahlungseingänge zusammenführt. Dabei gehen alle Projekte aus dem aktuellen Auftragsbestand in die Planung ein.

Aktuelle Auftragsdaten

„Die Liquiditätsplanung lebt von den Ist-Daten. Deswegen haben wir das Analyse-Werkzeug mit unserem ERP-System vernetzt“, erläutert Michael Braetz, Geschäftsführer von sema systemtechnik. „Dank dieser Integration verfügt die Planung stets über die aktuellsten Bestelldaten und die daraus entstehenden Transaktionen.“ Kommen neue Aufträge herein, werden entsprechende Zahlungspläne eingelastet. Somit kann die Buchhaltung präzise einschätzen, wann welche Gelder eingehen sollen. Parallel dazu stellt die Planung die Budgets für die Kaufteile und Fremdbeschaffung ein. Da das ERP-System die Liquiditätsanalyse fortlaufend aktualisiert, erkennen die Verantwortlichen, wie sich der tatsächliche Projektverlauf auf die Entwicklung der Einnahmen und Ausgaben auswirkt.

Die unbestechliche Fortschreibung der Planung sieht Michael Braetz als einen der zentralen Mehrwerte. Hier habe das Unternehmen deutlich an Transparenz gewonnen: „Die Projektverantwortlichen sind nun einmal Techniker, die sich zuallererst auf die fachliche Umsetzung des Projektes konzentrieren. Wenn es dann in Absprache mit dem Kunden zu veränderten Lieferzeiten kommt, kann es im Eifer des Gefechts recht schnell passieren, dass man die Auswirkungen auf der kaufmännischen Ebene eine Zeitlang aus den Augen verliert. Indem wir die Auftragsabwicklung im ERP-System und die Liquiditätsplanung vernetzen, begrenzen wir solche Risiken auf ein Minimum.“
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Konstruktionsbegleitende Fertigung

Zusätzlich zu den Ist-Daten, zu denen auch das aktuelle Bürgschaftsvolumen zählt, arbeitet sema systemtechnik Schätzwerte darüber ein, wie sich die Budgets der Projekte entwickeln werden. Dies geschieht in enger Absprache mit den Projektleitern. Da sich die tatsächlichen Bedarfe erst im Auftragsverlauf konkretisieren, passen die Liquiditätsplaner die Schätzwerte permanent an. Auf diese Weise trägt das Unternehmen den Anforderungen der konstruktionsbegleitenden Fertigung Rechnung, bei der die Entwicklungsarbeit oft bis in die Montagephase hinein anhält. Da das ganze Set an Produktinformationen somit erst gegen Projektende vorliegt, lassen sich die Termine der Arbeitspakete und Beschaffungsvorgänge zunächst nur näherungsweise planen. Mit den Schätzwerten zur Projektentwicklung sichert das Unternehmen seine Liquiditätsplanung noch einmal zusätzlich ab.