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Obsolescence Management –
Ersatzteilversorgung anstatt
Versorgungsengpässe

Noch bis in die siebziger Jahre war das Innovationstempo in allen Bereichen wesentlich langsamer als in der heutigen Zeit. Ein Großteil von hergestellten Bauteilen, insbesondere Elektronik, war auf den militärischen und industriellen Bereich ausgerichtet. Diese haben hohe Anforderungen an Zuverlässigkeit und Lebensdauer der Bauteile. Für Bauteilhersteller verliert der Militär- und Industriemarkt aber zunehmend an Bedeutung. Sie werden durch den Consumer-Markt, als neuen Leitmarkt, abgelöst.

Die Folge ist, dass neue Bauteile mit einer immer höheren Geschwindigkeit entwickelt und im Markt eingeführt werden. Dieser schneller werdende technologische Wandel wirkt sich dramatisch auf die Herstellungsweise von jeglichen Bauteilen und deren Marktverfügbarkeit aus. Es entsteht ein wachsender Sektor, in dem die Lebenszyklen von Produkten nicht mehr mit den Lebenszyklen benötigter Bauteile zusammenpassen.

Kostenintensive Versorgungsengpässe entstehen, wenn Bauteile, Baugruppen, Materialien, Werkzeuge, Software, Prozesse oder Standards, welche zur Herstellung oder Instandsetzung des eigenen Systems benötigt werden, nicht mehr verfügbar sind. Dieses problematische Phänomen wird als Obsolescence bezeichnet. Dabei wird es immer wichtiger, ein aktives Management zu betreiben, um extreme Kosten zu reduzieren und zu vermeiden.

Komplexe Systeme – kürzere Entwicklungszeiten – lange Versorgungszeiträume: Vor diesen Herausforderungen stehen Unternehmen die langlebige Investitionsgüter entwickeln, produzieren oder instand halten. Grade für Einzelfertiger, wenn z.B. die Losgröße gleich „1“ ist, wird das Problem der Obsolescence noch einmal dominanter, da die entstehenden Kosten der ungeplanten Problemlösungen nicht über eine Vielzahl von Systemen verteilt werden können.

Obsolescence Management verfolgt das Ziel, die wirtschaftlichen Risiken während der Produktion und in der Instandhaltung zu minimieren und es leistet somit einen wesentlichen Beitrag die Rendite risikobehafteter Verträge abzusichern. Das Obsolescence Management setzt sich grob aus den Bausteinen reaktives, proaktives und strategisches Obsolescence Management zusammen. Im reaktiven Obsolescence Management wird die Handlungsfähigkeit im Obsolescence-Fall sichergestellt. Das proaktive Obsolescence Management überwacht die Bauteil-Obsolescence und ermöglicht es, Handlungsoptionen vorausschauend zu erarbeiten. Damit werden die Kosten im Fall einer Obsolescence deutlich reduziert. Im strategischen Ansatz wird dann ein wirtschaftlich optimales Szenario aus Versorgungsstrategiekombinationen erstellt, das operativ umgesetzt werden kann.