Rückblick | 27.+28. Februar 2018

Impulstage für Einzelfertiger

 
Am 27. und 28. Februar veranstaltete das ife Netzwerk für Einzelfertiger beim Sportwagenhersteller Porsche im Werk in Leipzig die Impulstage für Einzelfertiger 2018. 150 Manager der ersten und zweiten Führungsebene nutzten die branchenübergreifende Fachtagung, um ihre Marktstrategien zu hinterfragen und Impulse für die weitere Geschäftsentwicklung mitzunehmen. Hierzu bot sich den Teilnehmern eine große Bandbreite an unterschiedlichen Best-Practice-Beiträgen, World-Cafés, Vorträgen und einer Podiumsdiskussion. Auf dieser wurde das Kongress-Motto „Unikat trifft Serie“ diskutiert, insbesondere wie Serienhersteller zu immer individuelleren Produkten getrieben werden und Einzelfertiger zugunsten von Preisstabilität zu mehr standardisierten Abläufen tendieren. Das weitere thematische Spektrum reichte von den Auswirkungen der Megatrends Industrie 4.0 und Digitalisierung bis zu konkreten Wertschöpfungsfragen – so zum Beispiel, wie Einzelfertiger agile Methoden in der Fertigung einführen können.
 

1. Kongresstag

Eröffnet wurde der erste Kongresstag durch Gerd Rupp, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Porsche Leipzig GmbH. In seiner Keynote erläuterte er die Philosophie des Leipziger Werks und beschrieb diese als Hightech-Serienfertigung mit dem Individualisierungsgrad einer Manufaktur. Jedes Auto werde nach Kundenwunsch gefertigt, sodass kein Fahrzeug dem anderen gleiche. Da die Modelle auf einer Linie entstünden, könne Porsche eine extrem hohe Varianz abdecken. Um die daraus resultierende Komplexität zu bewerkstelligen, käme es zudem, so Rupp weiter, auf den Qualifikationsgrad und die Flexibilität der Mitarbeiter an.

Die Impuls- und Best-Practice-Vorträge sowie die thematisch vertiefenden World Cafés behandelten am ersten Tag die Themen Digitalisierung, Produktion/ Service und Personal.

Wie wichtig ein Höchstmaß an Flexibilität und Lernbereitschaft unter den Mitarbeitern ist, arbeitete Prof. Gunter Dueck in seiner unterhaltsamen Keynote „Die Feinde der Innovation“ heraus. Prof. Dueck, ehemaliger Chief Technology Officer (CTO) der IBM Deutschland, ging auf den fundamentalen Wandel in der Arbeitswelt ein, den die gerade erst angebrochene Digitalisierung hervorrufen werde. Hinzu komme, so Prof. Dueck weiter, eine tief greifende Veränderung der betrieblichen Kernkompetenzen. Die Schärfe des Wandels, welchen er anhand einer Reihe von leicht nachvollziehbaren Beispielen aufzeigte, werde noch immer chronisch unterschätzt.

Im Anschluss an seine Keynote zog Prof. Dueck als „Los Fee“ noch 15 Gewinner, die als Beifahrer eines Profirennfahrers mit einem Porsche Panamera Turbo die Rundstrecke des Porsche Werks Leipzig erleben durften. Zeitgleich fand für alle anderen Kongressteilnehmer eine beeindruckende Werksführung durch die Produktion des Porsche Werks Leipzig statt.
 
 
ife-Award 2018

Innovationspreis Losgröße 1+

Im Anschluss an die beiden spektakulären Programmpunkte zeigte sich, wozu Leidenschaft und Begeisterung führen können. Auf der Abendveranstaltung am 27. Februar bekam der Innenausbauer Adrian Eichhorn Holzwerkstätte den „Innovationspreis Losgröße 1+“ für seine herausragende Mitarbeit an der Hamburger Elbphilharmonie verliehen. Das ausgezeichnete Projekt ist Einzelfertigung in Vollendung. Im Kleinen Saal der Elbphilharmonie hat der Innenausbauer aus dem hessischen Wächtersbach die Wandverkleidung gestaltet – als fugenlosen Umlauf aus Eichenholz, der die Klangvision des japanischen Akustik-Designers Yasuhisa Toyota Realität werden lässt. An die 40.000 Paneele laufen wellengleich an den Wänden des Konzertraums entlang. Alle Bauteile sind präzise aufeinander abgestimmt. Dennoch gleicht kein Paneel dem anderen. Dafür hat der Innenausbauer Adrian Eichhorn Holzwerkstätte riesige Datenmengen verarbeitet und die Paneele an eigens dafür angefertigten Spezialmaschinen ausgefräst und in monatelanger Detailarbeit im Saal verbaut.

„Das Elphie-Projekt wird den Kriterien unseres Innovationspreises mehr als gerecht“, hob ife-Geschäftsführer Michael Braetz in seiner Laudatio hervor und erläuterte: „Die Arbeit der Adrian Eichhorn Holzwerkstätte schafft eine einzigartige Verbindung von Material und Akustik. Sie beweist perfekte Handwerkskunst, demonstriert einen ebenso innovativen wie souveränen Umgang mit der Losgröße 1 und schafft auf diese Weise Werte, der weit über die Elbphilharmonie hinausstrahlen.“

Weitere Informationen und alle Preisträger zum ife-Award finden Sie hier »

2. Kongresstag

Der zweite Kongresstag war geprägt durch die drei Hauptthemen Märkte, Organisation und das Projektmanagement.

Den Tagesauftakt machte Dr. Stefan Kaduk. In seiner Keynote erläuterte der Managementberater warum es kaum noch etwas bringe, mit alter Logik neue Wege finden zu wollen. Stattdessen regte Kaduk mit seinem Thema „Musterbrecher – Die Kunst, das Spiel zu drehen“ ein grundsätzlich anderes Vorgehen an. An die Stelle einer vornehmlich zahlengetriebenen Managementkultur müsse eine Kultur des Experimentierens treten, in der völlig neuartige Wettbewerbsvorteile durch Leidenschaft, Begeisterung, Nutzung kollektiver Intelligenz und eine frei atmende Organisation entstehen.

Der letzte Höhepunkt des Tages war dem Amateurrennfahrer und Geschäftsführer der Procad GmbH, Volker Wawer, vorbehalten. In seiner Keynote „Mythos Grüne Hölle.
To finish first – first you have to finish!“ ging es um Amateurautorennen, die dem professionellen Rennsport in Sachen Motivation, Aufwand und auch der elektronischen Datenauswertung kaum nachstehen. Am Ende zeigte er noch die Parallelen zwischen dem Sport und der Industrie. Er hob die Motorsportwelt als Musterwelt mit seinen Big Data Auswertungen und vielen weiteren Analogien zur Industriewelt hervor.

Abschließend hielt Manfred Deues, Gründer des ife und Mitglied des ife Management Boards einen Impulsvortrag darüber, wie man dem Fachkräftemangel durch konsequente Transparenz beheben kann. Die Transparenz gewinne man durch die richtigen unterstützenden EDV Tools, die den Status der Projekte zu jeder Zeit und jedem Ort widerspiegeln. Damit erreiche man in 2-5 Jahren ein ca. 10%iges Wachstum, wodurch kein neues Personal eingestellt werden müsse. Danach verabschiedete er gemeinsam mit Michael Braetz, dem Geschäftsführer des ife die Kongressbesucher.

 

Die Keynote-Speaker

Gerd Rupp

"Das Beste aus Manufaktur und Serienfertigung"

Gerd Rupp
Vorsitzender der Geschäftsführung, Porsche Leipzig

Porsche
Prof. Dr. Gunter Dueck

"Die Feinde der Innovation"

Prof. Dr. Gunter Dueck
Mathematiker, Querdenker, Business Angel, Philosoph

(Bildquelle: Laurin Schmid)
Dr. Stefan Kaduk

"Musterbrecher - Die Kunst, das Spiel zu drehen"

Dr. Stefan Kaduk
Partner, Musterbrecher® Managementberater

Musterbrecher
Volker Wawer

"Mythos Grüne Hölle.
To finish first - first you have to finish!"

Volker Wawer
Amateur-Rennfahrer und Geschäftsführer, PROCAD GmbH & Co. KG
Procad
 

Die Formate

Keynotes

Mit den Keynotes werden prominente Redner aus Industrie, Wissenschaft, Politik oder Sport die einzelnen Veranstaltungstage einleiten und abschließen. Sie werden dabei über Themen referieren, die Sie sonst nicht so oft hören. Während der Keynotes finden keine parallelen Veranstaltungen statt.

Impulse

Die dreizügig stattfindenden Impulse dauern fokussierte 20 Minuten und können Vorträge, Best-Practice-Vorstellungen oder kleine Workshops sein. Inhaltlich befassen sie sich eingehend mit Spezialthemen aus dem Markt. Darüber hinaus sieht dieses Format auch Möglichkeiten für Rückfragen aus dem Podium vor.

World-Café

Ein World-Café dauert insgesamt 90 Minuten und soll Menschen zu einem Themenschwerpunkt miteinander ins Gespräch bringen. Intensive Diskurse über interessante und relevante Fragestellungen in kleinen Kreisen – ganz so wie im normalen Straßen-Café und in der früheren Salon-Kultur. Das ist die Idee des World-Cafés. Um den Diskurs lebendig zu gestalten und gleichzeitig sukzessive vertiefen zu können, werden die Fragestellungen in wechselnden Gruppen erörtert. Diese Methode stellt sicher, dass sich die Seminarteilnehmer schnell und ohne Berührungsängste treffen, kennenlernen und austauschen können.

Der Ablauf sieht folgendes Vorgehen vor:

  1. In den ersten 15 Minuten des World-Cafés stellen sich die drei Experten kurz vor und geben einen ersten Einblick in ihr jeweiliges Unterthema. Außerdem führen sie in die Arbeitsweise des World-Cafés ein und erläutern den geplanten Ablauf sowie die Verhaltensregeln. Es wird eine offene, klare und freundliche Gesprächsatmosphäre gewünscht.
  2. Im Anschluss bilden die Teilnehmer an den drei runden Tischen Gruppen von bis zu acht Personen. Die Diskussionsrunden werden jeweils von einem der drei Experten begleitet und dauern 20 Minuten. Die Experten halten die Diskussion in Gang und sorgen im weiteren Verlauf dafür, dass die Wortbeiträge gleichmäßig verteilt sind.
  3. Auf den Tischen sind beschreibbare Papiertischdecken sowie Stifte und Marker ausgelegt. Diese sind dazu gedacht, dass die Teilnehmer wichtige Schlagworte und Ideen spontan festhalten können. Die notierten Gedanken und Thesen können den Teilnehmern der folgenden Gesprächsrunden bspw. als Ansätze für ihren eigenen Diskurs dienen.
  4. Nach jeder 20-minütigen Gesprächsrunde setzen sich die Diskussionsgruppen neu zusammen. Nur die Moderatoren (Experten) bleiben an Ihrem Tisch – sie begrüßen die neuen Gäste, resümieren kurz das vorhergegangene Gespräch und bringen den Diskurs erneut in Gang.
  5. Das World-Café schließt nach den drei 20-minütigen Gesprächsrunden mit einer 15-minütigen Reflexionsphase, in der die Moderatoren die Gesprächsergebnisse in der gesamten Runde resümieren.

Podiumsdiskussion

Unikat trifft Serie – Losgröße 1+ auf der Überholspur?
Individualisierung der Serienfertigung. Oder: Wird der Markt in Zukunft noch den Mehrwert der Einzelfertigung honorieren?

Zur Podiumsdiskussion sind Fragen aus dem Teilnehmerfeld ausdrücklich erwünscht! Die Diskussion geht über 45 Minuten.

Moderatorin der Diskussion:
Iha Gräfin von der Schulenburg

Diskussionsteilnehmer:

  1. André E. Barten, Geschäftsführer, Achenbach Buschhütten GmbH & Co. KG
  2. Ingo Körner, Geschäftsführung, denkbar einfach GmbH und früher kfm. Geschäftsführer der Broetje-Automation GmbH
  3. Benno Löffler, Geschäftsführer, Vollmer & Scheffczyk GmbH
  4. Albrecht Reimold, Mitglied des Vorstandes – Produktion und Logistik, Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG

Das besondere hierbei:
Nutzen Sie hierzu vorab die ausliegenden Karten, auf denen Sie Ihre Fragen notieren können und geben Sie diese vor Diskussionsbeginn ab.

Alle ausgefüllten Frage-Deckel nehmen an der Verslosung der 10 „Taxifahrten“ im Porsche Panamera Turbo auf der Werksstrecke teil.

Fachausstellung

Die begleitende Fachausstellung findet im zentralen Punkt des Kongresses statt. Hier kreuzen sich nicht nur beim Essen alle Wege – daher bietet die Ausstellungsfläche neben thematischem Austausch außerdem auch genügend Raum zum entspannten Netzwerken mit anderen Teilnehmern.

 

Videos


Porsche Taxifahrt
 

Porsche Taxifahrt live aus dem Cockpit
 

Partner & Sponsoren

Die Impulstage für Einzelfertiger sind die einzige Fachtagung in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die sich ausschließlich mit den wirtschaftlichen Herausforderungen der rein kundenbezogenen Projektfertigung beschäftigt. Als Sponsoren konnten wir dieses Jahr die folgenden Unternehmen gewinnen:

  • ams.Solution AG
  • Babtec Informationssysteme GmbH
  • Diamant Software GmbH & Co. KG
  • Distribution² GmbH
  • ef+p
  • Fachhochschule Nordwestschweiz
  • FORMAT Software GmbH
  • GenialData GmbH
  • IBS IT Solution
  • Konradin Verlag
  • Lux & Lux
  • Mada Marx
  • Procad
  • software4production GmbH
  • Technikum Wien Academy
  • tresmo GmbH
  • Universität Potsdam Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, insb. Prozesse und Systeme
  • Vollmer & Scheffzcyk
  • Wegasoft

 

Weitere Informationen

Short Facts

Porsche Werk Leipzig
Bildquelle: Porsche

  • 2-tägiger Kongress (Begrüßung am 1. Tag um 11:00 Uhr, Ende des 2. Tages um ca. 15:00 Uhr)
  • 3 parallele Vortragsreihen
  • Keynotes, Impulse, Best Practice, World-Cafés, Podiumsdiskussion
  • Fachausstellung
  • Porsche Werksbesichtigung
  • Verlosung von „Taxi-Fahrten“ im Porsche Panamera Turbo auf der Werksstrecke
  • Netzwerk-Abendveranstaltung
  • Verleihung des ife-Awards „Innovationspreis Losgröße 1+“
  • Nach der Abendveranstaltung am ersten Kongresstag bieten wir einen Bustransfer zu unserer Hotelempfehlung an, dem Seaside Park Hotel Leipzig (s.u.). Sie können getrost Ihr Auto über Nacht auf dem Porsche Werksgelände stehen lassen, am nächsten Morgen ist der Rücktransfer selbstverständlich auch im Programm.

Veranstaltungsort

 

Der Porsche Werk Leipzig

Mit einer Indoorfläche von weit über 5.000 qm und einer Outdoorfläche von über 400 Hektar bietet Porsche Leipzig einen exklusiven Rahmen für unserer Kongress. Die Räumlichkeiten – auf bis zu fünf verschiedenen Ebenen – überzeugen durch modernste Veranstaltungstechnik und Highspeed-WLAN im gesamten Haus. Professionelles Catering, die Porsche Werksführung und die Möglichkeit einer „Taxifahrt“ im Porsche Panamera Turbo auf der Werksstrecke (Verlosung) runden das Bild ab und lassen die Impulstage für Einzelfertiger unvergesslich machen.

Und das Gute für Sie: Der Veranstaltungsort liegt nur 8 Taxi-Minuten (6 km) vom Flughafen Leipzig entfernt.
 
Porsche Werk Leipzig
Bildquelle: Porsche
 
Porsche Werk Leipzig
Porsche Leipzig GmbH
Porschestraße 1
04158 Leipzig
www.porsche-leipzig.com

 

Impressionen